Ankerpunkte
- Gesamtgüterumschlag sinkt im ersten Quartal 2026 um 3,2 %.
- Der Containerverkehr steht aufgrund von Wetterbedingungen, Streiks und schwachen Exporten unter Druck.
- Erste Auswirkungen des Nahostkonflikts sichtbar.
- Investitionen und Projekte bestätigen internationale Attraktivität und Vorreiterrolle.
Schwacher Start des Containerverkehrs
Im ersten Quartal 2026 sank der Containerumschlag im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 5,5 % in Tonnage und um 2,6 % in TEU. Dies ist vor dem Hintergrund des relativ starken Starts in das Jahr 2025 zu sehen, als die Neuausrichtung der Containerallianzen für hohe Inbound-Volumina sorgte, und vor dem Hintergrund der geschwächten westeuropäischen Exportposition. Darüber hinaus war der Jahresbeginn von extremen Witterungsbedingungen geprägt. Ein Schneesturm und anhaltende Kälte im Januar, gefolgt von schweren Stürmen im Golf von Biskaya bis Mitte Februar, beeinträchtigten den Schifffahrts- und Terminalbetrieb. Auch die viertägige Streikaktion gegen die Rentenreform hatte erhebliche Auswirkungen. Die Unterbrechung der Seeverkehrskette führte zur Umleitung einiger Schiffe in andere Häfen und zu unvollständig abgefertigten Ladungen aufgrund fehlender Reservekapazitäten an den Terminals.
Insgesamt gingen schätzungsweise 100.000 TEU (etwa 1,1 Millionen Tonnen) an Containerumschlag verloren. Ab Mitte Februar und vor allem im März kam es zu einer Aufholbewegung, die jedoch erneut den Bedarf an zusätzlicher Containerkapazität unterstreicht.
Gemischtes Bild in anderen Segmenten
Auch die Stückgüter standen unter Druck, was zum Teil auf geringere Stahlexporte in wichtige Märkte wie die USA, Mexiko und Kanada sowie auf das Inkrafttreten der vollständigen CBAM-Verordnung (Carbon Border Adjustment Mechanism) am 1. Januar 2026 zurückzuführen ist. Im Gegensatz dazu wuchs das RoRo-Segment, angetrieben durch mehr Neufahrzeuge sowie High & Heavy Equipment. Der Shortsea-RoRo-Verkehr wird weiterhin vom EU-Emissionshandelssystem (ETS) beeinflusst, insbesondere auf längeren Strecken, auch wenn die Verlagerung auf den Straßenverkehr aufgrund der steigenden Dieselpreise offenbar nachlässt.
Trockenes Massengut verzeichnete einen Rückgang um 4,9 %, unter anderem aufgrund eines Rückgangs bei den Düngemitteln und des Wegfalls des Kohletransports. Flüssiges Massengut stieg dank eines starken März leicht um 0,2 %. Die Unterschiede innerhalb des Segments sind jedoch nach wie vor groß, mit steigenden Volumina bei Benzin, Naphtha, Heizöl und LNG und Rückgängen bei Diesel, Paraffin und LPG. Die Entwicklungen werden durch sich verschiebende Marktbedingungen, Veränderungen im Bereich Feedstock und die Antizipation des europäischen Importverbots für russisches LNG beeinflusst, während gleichzeitig die Auswirkungen geopolitischer Spannungen und Marktdynamiken wie Backwardation zu berücksichtigen sind. Der Chemietransport steht aufgrund der schwachen Lage der europäischen Chemieindustrie weiterhin unter Druck.
Erste Auswirkungen des Nahostkonflikts
Die direkten Auswirkungen des Nahostkonflikts waren im ersten Quartal aufgrund der längeren Fahrzeiten über das Kap der Guten Hoffnung noch begrenzt. Der Rückgang der Ein- und Ausfuhren aus dem Persischen Golf um 12 % bzw. 49 % ist in diesem Zeitraum vor allem auf die Wetterbedingungen zurückzuführen.
Ab Ende März wurden die ersten Auswirkungen sichtbar. So traf am 23. März der vorläufig letzte LNG-Tanker aus Katar in Zeebrugge ein, und die Containerschifffahrtsunternehmen stellten ihre Fahrpläne auf andere Häfen im Nahen Osten und im östlichen Mittelmeer um. Im Moment wirken sich der Konflikt und die Blockade der Straße von Hormuz vor allem indirekt aus, durch steigende Energie- und Kraftstoffpreise. Diese erhöhen die Bunker- und Transportkosten und setzen die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie zusätzlich unter Druck. Gleichzeitig sorgen die niedrigen europäischen Gasvorräte, die bis zum nächsten Winter wieder aufgefüllt werden müssen, und die Unterbrechung der Lieferketten für bestimmte Produkte für zusätzliche Unsicherheit und Inflationsdruck.
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Investitionen und Projekte stärken zukunftsorientierte Ausrichtung
Inmitten geopolitischer Spannungen und wirtschaftlicher Zwänge investiert Port of Antwerp-Bruges weiter in seine Zukunft. Mit der Ansiedlung des chinesischen Herstellers Windrose, der in Antwerpen seinen ersten europäischen Vorzeigestandort für Elektro-Lkw errichtet, bestätigt der Hafen seine internationale Attraktivität für innovative und nachhaltige Investitionen.
Gleichzeitig werden die Betriebskapazitäten durch die Modernisierung des Europa Terminal gestärkt, wo die kürzlich installierte Kraninfrastruktur eine Schlüsselrolle bei der Abfertigung der größten Containerschiffe spielen wird. Mit der Einleitung der Marktprüfung für das ECA-Projekt unternimmt Port of Antwerp-Bruges einen weiteren Schritt in Richtung zusätzlicher Containerkapazität. Auf diese Weise soll das künftige Wachstum auf nachhaltige und robuste Weise unterstützt werden.
Auch auf strategischer Ebene übernimmt Port of Antwerp-Bruges eine Vorreiterrolle. Während des European Industry Summit in Antwerpen unterzeichnete er den Antwerp Call to Alden Biesen, einen klaren Aufruf zu einer stärkeren Industriepolitik in Europa, mit Schwerpunkt auf wettbewerbsfähigen Energiepreisen, fairen Handelsbedingungen, Schutz vor Carbon Leakage und der Anerkennung der chemischen Industrie als Eckpfeiler der europäischen Industrie.
Rob Smeets, CEO ad interim Port of Antwerp-Bruges: “De cijfers van dit kwartaal tonen hoe sterk externe factoren vandaag doorwegen op de havenactiviteit en de bredere economie. We zien de impact van geopolitieke spanningen, verstoringen in de logistieke keten en de moeilijke positie van de Europese industrie. Tegelijk bevestigt dit het belang van een robuuste en wendbare haveninfrastructuur. Door te blijven investeren in capaciteit, duurzaamheid en efficiëntie versterken we onze rol als betrouwbare schakel in de internationale handel, ook in een steeds complexere context.
”
Johan Klaps, voorzitter Raad van Bestuur Port of Antwerp-Bruges en Antwerpse havenschepen: “Wat we hier zien, is geen tijdelijke schommeling maar een structurele uitdaging voor de Europese economie. Hoge energiekosten, geopolitieke onzekerheid en een ongelijk internationaal speelveld zetten onze concurrentiekracht onder druk. Als we onze strategische autonomie en welvaart willen vrijwaren, moet Europa sneller en doortastender handelen. Port of Antwerp-Bruges is daarbij geen toeschouwer, maar een actieve partner die mee richting geeft aan oplossingen.
”
Dirk De fauw, ondervoorzitter Raad van Bestuur Port of Antwerp-Bruges en burgemeester van Brugge: “De ontwikkelingen van dit kwartaal onderstrepen hoe belangrijk de haven is voor de economische slagkracht van onze regio en van Europa. Vanuit Zeebrugge spelen we een sleutelrol in energievoorziening, logistiek en industriële activiteiten. Investeringen in infrastructuur, innovatie en duurzame projecten zorgen niet alleen voor extra trafiek, maar ook voor werkgelegenheid en economische groei. Zo blijven we bouwen aan een sterke en toekomstgerichte haven die bijdraagt aan de brede welvaart.
”